Die Entdeckung der Tonkrieger

Es war 1974 zu Beginn des Frühlings.

Im Dorf Xiyang, Gemeinde Yanzhai, Kreis Lintong, Provinz Shaanxi, hatte man beschlossen, einen neuen Brunnen zu graben, um die unter der Frühjahrstrockenheit leidenden Felder bewässern zu können. Der Platz lag in einem Persimonenwäldchen südlich des Dorfes.

Am fünften Tag der Ausschachtungsarbeiten stieß man auf eine harte Schicht aus gebranntem roten Ton.

Dies war der Beginn der Ausgrabungen einer ganzen Armee - welche heute als 8. Weltwunder bezeichnet wird und auf der Liste des Weltkulturerbes steht.

In der Ausstellung, welche die Ausgrabungsstätte zeigt, werden Sie von über 780 Kriegern im Maßstab 1 : 2,5, 6 lebensgroßen Offizieren und Generälen sowie dem Kaiser Quin Shi Huangdi in Lebensgröße empfangen. Auch der kaiserliche Bronze-Überlandwagen sowie weitere Antiquitäten, Waffen und Dokumente haben hier in Wiehe ihr dauerhaftes Quartier bezogen.
Alle Figuren sind originalgetreue Nachbildungen der berühmten Tonkrieger aus China.

Die Archäologen sind sich einig, dass die Entstehung der Tonfiguren in die selbe Zeit wie der Bau der gesamten Anlage fällt. Sie entstanden 220 bis 210 vor Christus Geburt. Jeder einzelne Krieger strahlt eine eigene Persönlichkeit aus, denn die Gesichtszüge sowie Kleidung und Frisuren sind unterschiedlich. Zu den Funden gehören auch zwei Pferdegespanne aus Bronze, welche als kaiserliche Überlandwagen dienten.
Auch dieses kaiserliche Bronzegespann können Sie bei uns bewundern.

Die Tonarmee

Als im Frühjahr 1974 der erste Tonkrieger so unsanft der Dunkelheit seines 2200jährigen Grabes entrissen wurde und seine Kameraden nach und nach das Licht einer staunenden Weltöffentlichkeit erblickten, da standen die Archäologen und Historiker vor vielen Rätseln:

Was taten sie da unten ?
Wie und warum waren sie entstanden ?
Wieso zeigten sie Brandspuren ?

... um nur einige der offensichlichsten Fragen aufzuzählen.

Viele große und kleine Probleme sind inzwischen gelöst. Die Tonsoldaten haben -sorgsam zusammengesetzt und restauriert- damit begonnen, wieder Aufstellung zu nehmen: Eine augenfällige Dokumentation der Macht des ersten Kaisers der chinesischen Geschichte und der Beweis dafür, wie sorgfältig die Geschichtsschreiber des chinesichen Altertums vorgingen, allem voran Sima Qian, er, obwohl erst rund 100 Jahre später geboren, die Grabstätte Shi Huang Dis genau beschrieb.

Die Gruben mit der Tonarmee liegen 1,5 Kilometer östlich des Grabhügels. Nach der Reihenfolge der Ausgrabung wurden die Gruben mit 1, 2 und 3 numeriert. Die drei Gruben wurden mit Holz und festgestampftem Lehm befestigt.

Zuerst wurde ein riesiges ca. fünf Meter tiefes Loch ausgehoben. Auf dem Boden wurden dann lose Erde gestreut, die man feststampfte.

So wurde Schicht für Schicht ein festes Fundament geschaffen. Danach zog man Zwischenwände ein, die ebenfalls aus festgestampfter Erde bestanden und 3 Meter hoch waren.
Der "Streb" zwischen den Wänden bekam einen Boden aus grauen Zeigeln, Darauf wurden die Tonfiguren gestellt.

Entlang beider Seiten am Fuß einer jeden Zwischenwand und entlang des gesamten Grubenrandes wurden Balkensockel befestigt, auf denen man in gleichmäßigen Abständen hölzerne Säulen anbrachte.

Diese Säulen trugen Quer- und Längsbalken, auf denen das Dach ruhte, das aus mit Matten bedeckten diecken Holzplatten bestand. Darauf lag eine dicke Schicht aus Lehm, Sand und Kalk.
Je nach Bedarf ist die Anzahl der Ein- und Durchgänge in die einzelnen Gruben unterschiedlich. Nach der Aufstellung der Tonfiguren wurden die Durchgänge mit Holzböcken und festgestampfter Erde dicht verschlossen.

Obwohl die drei Gruben voneinander getrennt sind, vermitteln die in ihnen aufgestellten Firugen doch den Eindruck einer geschlossenen Armee.

Figuren mit verschiedenen Gesichtsausdrücken

In der Grube gibt es zahlreiche Kriegerfiguren mit der gleichen Bekleidung, aber ihre eindrucksvollen Antlitze sind unterschiedlich. Das ist der Grund, warum diese Tonfiguren so geschätzt werden.
Die verschiedenen Kopfbedeckungen und Haarfrisuren der Figuren zeigen, dass sie Offiziere unterschiedlichen Ranges oder unterschiedlicher Soldaten sind. Die feinen Haare mancher Figuren sind klar erkennbar. Die Gesichts- und Gefühlsausdrücke der Figuren demonstrieren den heroischen Geist der Qin-Dynastie, die trotzdem nur kurzlebig war.

Durch unterschiedliche Gesichts- und Gefühlsausdrücke drangen die Kunstschaffenden in die Innenwelt ihrer Figuren ein. Die Figuren spiegeln hohes Ideal der Qin-Dynastie wider. Deswegen verfügen die Tonfiguren aus der Qin-Zeit heute noch über die Anziehungskraft.

Bilder von der Eröffnungsveranstaltung am 07.11.2008

Eindrücke der neuen Ausstellung

Bilder: Christopher Siebenhüner

 

Am Anger 19 | 06571 Wiehe


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